Petition zur (oder gegen) die Gema beim deutschen Bundestag
Geschrieben am: 9 Juni, 2009 von Barry de la Cruz
Kategorie: Musik | 1 Kommentar
Soeben erreichte mich eine E-Mail zum Thema Gema, die ich Euch nicht vorenthalten möchte, da das Thema Gema ja auch uns Internetschaffende immer wieder berührt.
Zumindest einige von Euch, die sich in Deutschland befinden und vielleicht Musikwerke auf ihren Blogs stehen haben (wenngleich auch nur Hörproben), haben bestimmt schon Erfahrung mit der “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” gemacht.
Dass gerade hinsichtlich des Umgangs mit Internetprojekten, Bloggern, Musik- und Videoportalen sowie Downloadangeboten und Internetradios die Gema “einiges dazulernen” sollte, hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt.
Wohl aber nicht nur aus diesem Grunde macht jetzt ein Musikschaffender (sogar selbst Mitglied der Gema) mit einer Petition an den deutschen Bundestag mobil.
In seiner Rundmail, die auch mich heute erreichte, schreibt Sven Robin von “42talent Entertainment Consultants“:
“…Liebe Kollegen, Musiker, Kreative und Kulturschaffende,
aus gegebenem Anlass möchte ich sie auf die Petition zur GEMA aufmerksam machen.
Die GEMA ist ein Thema, das Urheber, Musiker sowie auch Veranstalter und Verlage immer wieder direkt betrifft. Deshalb bitte ich sie kurz auf der Petitions-Seite des Deutschen Bundestages vorbeizuschauen und sich zu Informieren:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517
Zur weiteren Info hier noch eine Pressemitteilung:
Auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestages kann noch bis zum 17.07.2009 dafür unterzeichnet werden, dass der Bundestag das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und dem Urheberrecht überprüfen möge.
Der Text der Petition fordert den Bundestag dazu auf, zu beschließen, dass “das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.”
Damit greift die Petition zahlreiche Kritikpunkte an der GEMA auf, die bereits in der Vergangenheit immer wieder für mal lauten, mal stillen Protest gesorgt hatten. Größere Aufmerksamkeit erhielten z.B. die Sonthofer Kulturwerkstatt sowie der Komponist Johannes Kreidler. Auch die sogenannte GEMA-Vermutung (Beispielfall) ist beständig in der Diskussion. Die Initiatoren der Petition begründen ihr Anliegen insbesondere mit der zunehmenden Problematik für Kleinveranstalter: “Die durchwegs zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter die Anzahl der Konzerte zu reduzieren. Viele veranstalten gar keine Konzerte mehr”, heißt es in dem Antrag.
Die Petitionsmöglichkeit auf den Webseiten des Bundestages geriet erst kürzlich ausführlich in die Schlagzeilen, als eine Petition gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten weit über 100.000 Unterzeichner gewinnen konnte. Die Grenze von 50.000 Unterschriften innerhalb von 3 Wochen nach Einreichung der Petition ist notwendig, um eine Anhörung vor dem Bundestag zu erreichen. Davon ist die GEMA-Petition noch einen weiten Weg entfernt: Zum Zeitpunkt dieser Meldung gibt es aber immerhin über 1000 Mitzeichner…”.
Mir erscheint es ziemlich fraglich, ob man diese Masse an Unterschriften zusammen zu bekommen kann. Ob demnach diese Petition Aussicht auf Erfolg hat und damit eventuell tatsächlich eine positive Veränderung bringt, bleibt daher abzuwarten.
Foto: Gema Generaldirektion München
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Bei der Gema gibt es momentan noch viel mehr Ärger, denn nach der letzten Mitgliederversammlung vor ca. 1 Woche haben sich einige “68ziger-Veteranen” dazu aufgemacht, die Jugend komplett zu bescheissen. Einer der ganz Schlimmen davon ist Frank Dostal. Hier ein kleiner Bericht über ihn:
Wem diese Aussage zu beleidigend erscheint, klammere sich an die nächste: Zumindest zeigt sich der Aufsichtsrat der GEMA in einer Debatte über das Urheberrecht wenig intellektuell. Es schmerzt schon ein wenig im Kopf, wenn er in einem Gespräch mit Johannes Kreidler kreative Arbeit, die auf einer oder mehrerer anderer Arbeit/en basiert, als minderwertig einstuft.
Gema-Vertreter Frank Dostal, selbst Texter und Musikproduzent von Hits wie dem „Lied der Schlümpfe“, wähnte sich unter den Verfechtern der Rekreativität deplaziert. Samplen und Zitieren sei ihm suspekt. Den Rückgriff auf vorhandenes ästhetisches Material bezeichnete er als „Kadaverkunst“. Er sieht sich als echten Künstler, der beim Dichten noch in sich reinhorche, statt sich einfallslos bei fremden Werken zu bedienen. Dostal ließ bei der Schilderung seiner originären Arbeitsweise buchstäblich ins Schlafzimmer blicken: Während Komponisten wie Kreidler „Denksport“ betrieben, sitze er nackt im Bett, wälze sein bewährtes Reimlexikon und destilliere daraus Verse wie „Die Bayern finden lange Hosen dumm / und in Bagdad lief ich nur im Nachthemd rum“.
Quelle
Ich war bisher der Meinung, man könne von einem Verständnis von Kunst ausgehen, das die Arbeit eines Kreativen im jeweiligen Kontext bestehender kreativer Werke sieht. Mit Frankie gibt’s aber nun schon mal einen Kopf in der Chefetage der Reichsmusikverwaltungsbehörde, der am Geniemodell festhalten will, das Kreativtät als eine Gabe sieht, die wenige Menschen haben und ganz viele nicht. Da wundert’s mich nicht, dass die Diskussion um den Stellenwert kreativer musischer Arbeit im 21.Jh nicht vorankommen mag.
Bild zu diesem Beitrag gibt es diesmal keins. Das Portrait Frank Dostals, das die GEMA auf ihrere Seite zum Download anbietet würde eigentlich ganz gut passen. Der reichlich unpräzise Hinweis “© 2007 GEMA” am unteren Ende der Seite, lässt mich jedoch vermuten, die Jungs schicken eine Horde Zombieanwälte auf mich, sollte ich das Bild ohne finanzielle Gegenleistung verbreiten. Warum es dann überhaupt runterzuladen ist, kann ich mir auch nicht so recht erklären. Gibt es da draußen jemanden, der Wert auf eine persönliche Kopie des Konterfeis Frank Dostals legt?
In diesem Kontext bin ich stolz ein Kadaverkünstler zu sein, oder zumindest ein Kadaverkreativer. Der Titel dieses Eintrags wurde nämlich aus dem Kadaver eines Zeit-Artikels wiedergeboren.
Sie sollten sich schämen für Ihren Hochmut, ihre Ignoranz, Ihr dummgeschwätze und für den betrug am Nachwuchs !
Dostal, Sie waren weder als Künstler ein Großer noch sind Sie es als Mensch !